Anleitung zum Ausspannen und Auftanken

Immer mehr Menschen spüren am eigenen Leib, dass Wohlstand nicht gleichbedeutend ist mit Wohlbefinden. Im Gegenteil, der Überfluss hat uns das Maßhalten und das Nein-Sagen vergessen lassen. Der Leistungsdruck vergällt uns das Innehalten und das Nichtstun. Die Informationsflut verstopft unser Hirn und lähmt unsere Sinne.

Was versteht man unter Wellness?

"Heile den Geist und du heilst den Körper", wusste schon der Arzt und Naturforscher Paracelsus im 16. Jahrhundert. Die spanische Ordensschwester Theresia von Ávila meinte zur gleichen Zeit: "Man muss dem Leib viel Gutes tun, damit die Seele Lust hat, in ihm zu wohnen." Gut hundert Jahre später beschrieb ein englischer Edelmann die gute Gesundheit seines Töchterchens mit dem Wort "wealnesse". Dreihundert Jahre später gaben amerikanische Präventivmediziner dem Zustand und dem guten Gefühl ganzheitlicher Gesundheit den Namen "Wellness". Wie so oft wurde damit wieder schick, was früher schon mal Mode war. Denn bereits in der Antike galt die Einheit von Körper, Geist und Seele als großes Ideal. Und so kommt auch die aktuelle Wellness-Welle in Europa auf diese uralte Maxime zurück.

 

Wellness verstehen wir heute als aktives und selbstverantwortliches Bemühen um ein Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele. Gesund leben und sich wohl fühlen - mit dieser Kurzformel bringt der Deutsche Wellness Verband das moderne Rezept für ein erfülltes Dasein auf den Punkt. Wellness - das ist die Kunst einer ausgeglichenen Lebensführung. Das fängt mit einem harmonischen Verhältnis von Aktivität und Passivität, von Spannung und Entspannung an und das hört bei der ausgewogenen Ernährung keineswegs auf.

 

Bei aller gesundheitlichen Vorsorge - Wellness hat nichts mit Askese zu tun. Ganz im Gegenteil, Genuss und Sinnlichkeit gehören untrennbar dazu. Aber es gehört auch dazu, immer wieder den "inneren Schweinehund" zu überwinden, Grenzen zu akzeptieren und diszipliniert sein Ziel zu verfolgen. Wellness braucht Ausdauer. Wellness braucht Vertrauen, vor allem zu uns selbst. In vielen Fällen hilft eine qualifizierte Beratung, um unseren persönlichen Weg zu finden. Aber gehen muss ihn jeder selbst.

Von Informationen bombardiert, von Terminen gejagt und von Quantensprüngen gehetzt, erkennen wir, dass ein paar Tage Urlaub dafür nicht reichen. Es wächst die Einsicht, dass wir regelmäßig Auszeiten brauchen und dass wir unseren Alltag umkrempeln und unsere Kräfte einteilen müssen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns Gedanken machen, wie die Verschnaufpausen aussehen sollen. Denn sie bieten nicht nur kurzatmige Erholung, sondern auch die große Chance, dass wir unsere Lasten besser zu verteilen und zu bewältigen lernen, dass Körper, Verstand

und Gefühle dauerhaft ins Lot kommen und dass wir an Vitalität und Daseinsfreude gewinnen. In diesem Sinne können wir uns also einen "echten" Wellness-Urlaub als lohnende Investition gutschreiben.

 

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