Usedom
Regionale Vielfalt

Oder-Delta wird 8. Rewilding Europe Region

An der Ostseeküste zwischen Polen und Deutschland befindet sich eine einzigartige Naturlandschaft mit einer in Mitteleuropa selten gewordenen Lebensraumvielfalt: Das Stettiner Haff. Hier leben Seeadler, Biber, Wisent, Elch, Wolf, Stör und Kegelrobbe neben einer Vielzahl verschiedener anderer Säugetier-, Vogel- und Fischarten in freier Wildbahn. Das Oder-Delta ist das erste und einzige Gebiet der internationalen Initiative Rewilding Europe in Deutschland, die Teile der Landschaft am Haff der freien Entfaltung von Wildtierpopulationen widmet und daraus hochwertige saisonunabhängige Naturerlebnisangebote entwickelt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) setzt sich gemeinsam mit der polnischen Tourismusorganisation Stepnicka Organizacja Turystyczna und HOP, dem Transnationalen Netzwerk Odermündung e.V. für eine nachhaltige Entwicklung in der Region ein.„Das Oder-Delta ist eines der aufregendsten Wildnisgebiete im nördlichen Mitteleuropa, wo Wildtiere in natürlichen Dichten vorkommen. Nicht weit von Berlin und in der Nähe von Stettin und den Sommerbädern entlang der Ostseeküste kann diese wilde Landschaft eine neue Einkommensquelle für die lokale Bevölkerung schaffen“, sagt Iwona Krępic, Vorsitzende der Stepnicka Organizacja Turystyczna (SOT, Stepnicka Tourismusorganisation) und polnische Leiterin des Oder-Delta Rewilding Teams.Zwischen der deutschen Hauptstadt, der polnischen Hafenmetropole und der Insel Usedom prägen Buchenwälder auf Steilküsten, riesige Flussdeltas, Auwälder, ausgedehnte Moore und trockene Heidelandschaften die Region um das Haff, das mit einer Ost-West-Ausdehnung von über 50 Kilometern die zweitgrößte Lagune der Ostsee ist. Für den Naturtourismus besitzt das Gebiet großes, bislang ungenutztes Potential. Das betont Ulrich Stöcker, Leiter der Naturschutzabteilung der DUH und deutscher Leiter des Rewilding Teams, und erläutert, dass nachhaltiger Naturtourismus regionale Wertschöpfung für Gebiete im Hinterland der Küste und außerhalb der Hauptreisezeiten schafft. „Strategisch an einem bedeutenden Schnittpunkt der natürlichen Wildtier- und Zugvogelkorridore gelegen, bietet die Region ums Haff ein enormes Naturkapital. Menschen erkennen und verstehen mehr und mehr, dass es gilt, die Natur und Tierwelt als wichtigste Ressource der Region zu bewahren.“ Ziel der Rewilding Europe Initiative am Stettiner Haff ist es dabei, Vielfalt und Anzahl der Wildtierbeobachtungen weiter zu entwickeln, so dass Gäste in jedem Monat des Jahres attraktive Angebote vorfinden. Auf diese Weise sollen Unternehmen gefördert werden, die den Werten einer wilden Natur verbunden sind. Dazu Martin Schröter, Koordinator des regionalen Unternehmensnetzwerks Transnationales Netzwerk Odermündung e.V. (HOP): „Durch freiwillige zusätzliche Naturschutzmaßnahmen und die Schaffung eines Netzwerks von lokalen Wildnis-Führern, Wildbeobachtungs-Touren und -Verstecken, Lodges und ähnlichen Produkten bzw. Geschäftsfeldern kann die Region wirtschaftlich nachhaltig profitieren.“ SOT, HOP und DUH und ihre lokalen und regionalen Partner sind überzeugt, dass das Oder-Delta eine wichtige Naturtourismus-Destination für Gäste aus Europa und darüber hinaus und eine hoch anerkannte europäische Marke werden kann. Ausgehend von diesen Möglichkeiten starten die Organisationen in Zusammenarbeit mit kooperierenden Grundbesitzern und Unternehmern Pilotprojekte, von denen Ökonomie wie Ökologie profitieren sollen. Verschiedene Akteure, lokale Behörden, Grundbesitzer, Bewohner, Tourismusunternehmen und Jäger unterstützen die Oder-Delta Rewilding Initiative. Grundbesitzer werden in die Lage versetzt, neue Einkommensquellen zu erschließen, und Tourismusunternehmen können von Gästen in der Region profitieren, die Wildtiere in eindrucksvollen Landschaften erleben wollen.„Durch die einheimischen wildlebenden Tierarten als Schlüssel – die Big Seven des Oder-Delta – besteht eine fantastische Möglichkeit zur Stärkung der natürlichen Schönheit der Region mit Hilfe eines weiteren Rewilding, von dem Mensch und Natur profitieren“, sagt Frans Schepers, Managing Director von Rewilding Europe. Auch er betont das ungenutzte Potential für den Tourismus, welches die Region mit brütenden Seeadlern, frei lebenden Wisenten, laichenden Lachsen, Meerforellen und Stören sowie Wölfen und Elchen bietet.Hintergrund: Entstehung der Rewilding Oder-Delta InitiativeDie Anstrengungen der Projektpartner und von Rewilding Europe wären ohne die Erfahrungen und Leistungen der verschiedenen lokalen Organisationen, NGOs, Naturschutz- und Regierungsbehörden nicht möglich gewesen, die in der Vergangenheit den Wolinski Nationalpark und Schutzgebiete wie Olszanka, Czarnocin, Uroczysko Święta und Świdwie in Polen sowie die Wildnisgebiete Ueckermünder Heide und Peenetal in Deutschland dauerhaft gesichert haben. Ein herausragendes Beispiel ist die Wiederherstellung der Feuchtgebiete an der Peene, die inzwischen als "Amazonas des Nordens" bekannt geworden ist. Diese Renaturierung hat zu einem spektakulären Wildtier-Comeback geführt, so dass während der Erkundung der Region Seeadler, Fischotter, Biber, Lachs, Meerforelle und viele anderen Arten zu erleben sind. Im Ergebnis ist die Flusslandschaft des Peenetals zu einer der bekanntesten Wildnis-Tourismus-Destinationen in Europa geworden und leistet einen wesentlichen Beitrag für die regionale Wirtschaft.

Hintergrund: Entstehung der Rewilding Oder-Delta Initiative
Die Anstrengungen der Projektpartner und von Rewilding Europe wären ohne die Erfahrungen und Leistungen der verschiedenen lokalen Organisationen, NGOs, Naturschutz- und Regierungsbehörden nicht möglich gewesen, die in der Vergangenheit den Wolinski Nationalpark und Schutzgebiete wie Olszanka, Czarnocin, Uroczysko Święta und Świdwie in Polen sowie die Wildnisgebiete Ueckermünder Heide und Peenetal in Deutschland dauerhaft gesichert haben. Ein herausragendes Beispiel ist die Wiederherstellung der Feuchtgebiete an der Peene, die inzwischen als "Amazonas des Nordens" bekannt geworden ist. Diese Renaturierung hat zu einem spektakulären Wildtier-Comeback geführt, so dass während der Erkundung der Region Seeadler, Fischotter, Biber, Lachs, Meerforelle und viele anderen Arten zu erleben sind. Im Ergebnis ist die Flusslandschaft des Peenetals zu einer der bekanntesten Wildnis-Tourismus-Destinationen in Europa geworden und leistet einen wesentlichen Beitrag für die regionale Wirtschaft.
Mit der Aufnahme des Oder-Delta als 8. Region geht Rewilding Europe einen weiteren Schritt hin zu seinem Ziel der Entwicklung von zehn Rewilding Regionen in ganz Europa bis 2022.
Pressebilder vom Stettiner Haff finden Sie unter l.duh.de/p190615. Bitte geben Sie bei Verwendung an: Staffan Widstrand, Wild Wonders of Europe. Den Flyer zur Wildtier-Safari im Oder-Delta erhalten sie hier: l.duh.de/y5udw. Weitere Informationen über die neue Rewilding Region: www.rewildingeurope.com/areas/oder-delta/. Das Rewilding Oder-Delta auf Facebook: www.facebook.com/pages/Rewilding-Oder-Delta/1112103118806921.
Kontakt:
Iwona Krępic, Stepnicka Organizacja Turystyczna
Mobil: +48 661435166, E-Mail: kraina@stepnica.org.pl

Ulrich Stöcker, Deutsche Umwelthilfe e.V.
Mobil: +49 160 8950556, E-Mail: stoecker@duh.de

Martin Schröter, HOP Transnationales Netzwerk Odermündung e.V.
Mobil: +49 1783536377, E-Mail: Martin@hop-transnet.org

Mei Abraham Elderadži, Rewilding Europe
Mobil: +35 919323724, E-Mail: mei.elderadzi@rewildingeurope.com

DUH im Internet: www.duh.de, Twitter: twitter.com/Umwelthilfe

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