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Tourismusverband: Personalie mit schalem Beigeschmack
Hinter der dürren Mitteilung des Insel-Tourismusverbandes (TVIU) vom Montag, dass Uwe Wehrmann und Christian Mühldorfer-Vogt den Vorstand „aus nachvollziehbaren, persönlichen Gründen“ verlassen haben, steckt offenbar politische Brisanz.
Insel Usedom Während Wehrmann bereits vor etlichen Tagen dem Gremium seinen Abschied verkündet hatte, legte mit Mühldorfer-Vogt erst am Wochenende immerhin der Chef des Historisch-Technischen Informationszentrums Peenemünde, der zugleich den Kulturbeirat des Verbandes leitete, seinen Vorstandsposten nieder.
Zu den genauen Gründen wollte sich Mühldorfer-Vogt gestern nicht äußern, bezeichnete aber die Vorstandsformulierung zu seinem Ausscheiden als „lyrische Leistung“. Nach OZ-Informationen war es im Vorfeld der Kommunalwahlen zu vorstandsinternen Auseinandersetzungen um die Gestaltung, Finanzierung und das Verteilen von Flyern und Plakaten des „Bündnis‘ für Demokratie in Ostvorpommern“ gekommen. Annett Freier von der Geschäftsleitung des Vereins für politische Kultur mochte sich zwar nicht näher dazu auslassen, aus Kreisen der Förderer wurde jedoch bekannt, dass der TVIU zwar den Druck der Plakate mitfinanzierte, aber sowohl einen Gestaltungsvorschlag des Flyers als auch — durch Geschäftsstellenleiter Sebastian Preiss — die Verteilung von Plakaten abgelehnt habe, auf denen die Bürger zur demokratischen Stimmabgabe aufgefordert werden sollten.
Somit wurde nur ein kleiner Teil der Plakate verteilt (u. a. durch das Süd- und das Nord-Amt, Bürgerinitiativen und Pastoren), ein weiterer blieb offenbar ungenutzt liegen. Sehr zum Leidwesen der Initiatoren. Freier: „Nach unserem Verständnis gehört zu solch einem Bündnis auch, dass alle Partner bereit sind, gleichberechtigt zu handeln.“ Laut Dr. Beate-Carola Johannsen werde sich der Vorstand nächste Woche mit den beiden Personalien befassen. ST. ADLER
Quelle OZ vom 11.06.2009